Vastu Vasati
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Yoga, ein Design
für das 21. Jahrhundert

von Elisabeth Hastrup-Kiil. Aus der Zeitschrift Yoga im Zentrum

 

Obwohl der Yoga vielleicht so alt ist wie die Welt selbst, hat er eine bemerkenswerte Fähigkeit, immer aktuell zu bleiben. Der Yoga scheint stets auf einer Wellenlänge mit der Entwicklung der Menschheit zu sein und bietet sich in der Form an, wie die Menschen ihn gerade gebrauchen können.

Das System Yoga ist, wie der körperliche und mentale Zustand, den er bei den Übenden hervorruft, äußerst flexibel. Wenn vor 500 Jahren Yoga nur für den speziell eingeweihten Auserwählten zugänglich war, tritt er heute als eine Massenbewegung auf. Und dennoch bleiben die Bestandteile der Lehre wie auch die Strukturen der Atome und Moleküle in unserer veränderlichen Wirklichkeit jederzeit gleich.

In der heutigen Technologie- und Mediengesellschaft mit Zugang zu einem Überfluss an Informationen stoßen bisherige Formen und Auffassungen von Bildung, sozialem Zusammenleben und Verantwortlichkeit sowie von Gesundheitswesen und Wirtschaft an ihre Grenzen. Reichte es früher aus, sich in einem einzigen Fach auszukennen, so verlangt die Welt heute von uns rund um die Uhr flexibel, anpassungsfähig, kreativ, innovativ, infragestellend, zusammen-arbeitend, problemlösend, kommunizierend, verantwortlich, umweltbewusst und global orientiert zu sein.

Immer offensichtlicher scheint es eine Aufgabe unserer Zeit zu sein, das reiche Potential, über das wir Menschen verfügen, zu erwecken, zu mobilisieren und auszuschöpfen.

In den USA spricht man über die 21st Century Skills (Fertigkeiten des 21. Jahrhunderts), die in die Lehrpläne des Bildungssystems eingearbeitet werden sollen. Und diese Skills haben viel mit übergreifenden Fertigkeiten zu tun, fachlichen und sozialen, in Kombination. Man sieht das Leben als eine Ganzheit aus Karriere, Familie, Gesundheit, Milieu und Information, Faktoren, die alle mit einander verbunden sind und genau so gehandhabt werden müssen.

Auch in Teilen der Industrie, der Logistik, der Verwaltung und sogar der Politik geschieht ein Umdenken. Wurde früher der Begriff „Design“ nur für das Entwerfen von schönen Dingen benutzt, so wird die heutige Definition viel breiter gefasst. Die Organisation hinter dem weltgrößten Designpreis INDEX: Design to improve life beschäftigt sich mit Design nicht nur in Form von Produkten, sondern auch von Systemen, Prozessen und Services, die die vitalen Bereiche des Lebens der Menschen entscheidend verbessern.

Ein solches Design „to improve life“ war der Yoga schon immer. Die einzelnen Methoden wie Reinigungstechniken, Yogastellungen, Atemübungen und Entspannung können zusammen oder auch jede einzeln für sich die Gesundheit, Lebensfreude und Tatkraft des Praktizierenden erheblich erhöhen. Begibt man sich aber ein wenig weiter in die Materie hinein, wird man entdecken, dass die verschiedenen Yoga-Methoden ideal sind, um in ihrer Kombination etwas ganz Bestimmtes zu bewirken: Das Zurückziehen der Sinne und die Stärkung der Konzentration.

Demjenigen, der erst mit dem Yoga beginnt, mag diese Wirkung zunächst fremd, abstrakt oder uninteressant erscheinen. Er darf sich natürlich Zeit lassen und sich den Übungen widmen, die ihm auf Anhieb gefallen. Je mehr er aber mit dem Yoga fortschreitet und je tiefer er in die Welt der Meditation eintaucht, desto intensiver wird er erfahren, dass tief in ihm selbst, in seinem innersten Inneren, sein ureigenes immenses Potential für ein multiples Leben wie eine Quelle sprudelt, die nur darauf wartet, gebraucht zu werden.

Wir freuen uns, die dritte Ausgabe von Yoga im Zentrum vorstellen zu können. Wir haben uns bemüht, ein breites Spektrum von Yogapraktiken darzustellen. Es sind Methoden, die einzeln praktiziert werden können und die in ihrer Verknüpfung, auch mit dem Vastu-Vasati-Wissen zusammen, die Grundlage für eine moderne yogische Lebensform bilden können, ein Leben im Einklang mit sich selbst und den Ansprüchen, die die Gegenwart an uns stellt.

 

Konzeption und Design:  One Point Design

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